Als Amme in Schostakovitsch' Boris Godunov.

Fjodor: Grutko, Xenia: Anna Immonen. Savonlinna 2015,

Foto Savonlinna opera festival

Als Teresa in Bellinis La Sonnambula

Amina: Mirella Bunoaica. Stuttgart 2014

Foto A.T. Schaefer


 

Hilke Andersen

wurde in Espoo in Finnland geboren und wuchs in Deutschland auf. Sie studierte zunächst am Schauspiel-Kolleg in Tampere und Kulturpädagogik in Hildesheim, bevor sie sich zu einem Gesangsstudium an der Hochschule für Musik und Theater Hannover entschloss. Dort wurde sie von Mayling Konga ausgebildet, die sie bis heute betreut. Weitere Impulse erhielt sie durch Meisterklassen bei Irwin Gage und Aribert Reimann.

 

Bereits während ihres Studiums debütierte Hilke Andersen an der Niedersächsischen Staatsoper Hannover, zu deren Ensemble sie ab 2002 gehörte. Sie arbeitete mit Regisseuren wie Calixto Bieito, Brigitte Fassbaender, Peter Konwitschny, Anthony Pilavachi und Joachim Schlömer und war mit einer Vielzahl von Partien zu erleben. Zu ihren Aufgaben gehörten u.a. Hänsel, Bradamante in Händles Alcina, Marcellina in Le nozze di Figaro, Suzuki in Puccinis Madama Butterfly, Orlofsky in Die Fledermaus, Annina in Der Rosenkavalier, Hänsel, Fenena in Verdis Nabucco und Maddalena in Rigoletto sowie Fjodor in Mussogskijs Boris Godunov.

 

2003 und 2005 wurde Hilke Andersen in der Kritikerumfrage der Zeitastschrift Opernwelt als Nachwuchssängerin des Jahres nominiert. 

Außerdem gastierte sie 2004 mit Peter Konwitschnys Inszenierung von Luigi Nonos Al gran sole carico beim Edinburgh Festival, die von derselben Zeitschriftzur Produktion des Jahres 2004 gewählt wurde.

 

Gastengagements führten sie zunächst an die Komische Oper Berlin, wo sie als Olga in Eugen Onegin, 3. Dame in Die Zauberflöte und Orlofsky in Die Fledermaus zu erleben war. An der Oper Stuttgart gastierte sie seit 2006 in Hänsel und Gretel, Die Zauberflöte, La Traviata, Der Fliegende Holländer, Jonathan Doves Pinocchio, Richard Ayres Peter Pan, Bellinis La Sonnambula und als Annina im Rosenkavalier. Darüber hinaus sang sie Rosina in Rossinis Il barbiere die Siviglia bei den Herrenhäuser Festspielen, Alcina an der Kammeroper Potsdam, Nabucco an der Nationale Reisopera Enschede, Händels Ezio bei den Schwetzinger Festspielen, Madama Butterfly in Tampere, Marcellina in Le nozze di Figaro in Köln und Wiesbaden und gastierte als 3. Dame in Die Zauberflöte beim Opernfestival in Savonlinna und mehrere Jahre bei den Herrenchiemsee-Festspielen. In den letzten Jahren nahm Hilke Andersen weitere zentrale Opernpartien in ihr Repertoire auf. Sie sang Ericlea in Monteverdis Il ritorno d’Ulisse unter Konrad Junghänel an der Oper Köln, gastierte als Mrs Quickley in Verdis Falstaff in Helsinki und Stuttgart, als Erda und Schwertleite in Wagners Der Ring des Nibelungen in Köln und Shanghai. Am Pariser Théâtre des Champs-Elysées sang sie Vivaldis Farnace, verkörperte Annina in Der Rosenkavalier der Opéra du Rhin Strasbourg und war im Sommer 2015 als Xenias Amme in Mussorgskijs Boris Godunow erneut beim Savonlinna Festival zu Gast.

 

Zu ihren Konzertverpflichtungen in Finnland und Deutschland zählten u.a. die Altrhapsodie von Brahms unter der Leitung von Enoch zu Guttenberg, Auftritte mit Le concert spirituel unter Hervé Niquet in Paris, Bachs Matthäuspassion mit der Akademie für Alte Musik sowie Auftritte bei der Münchner Biennale, dem Musikfestival in Kuhmo und dem Helsinki Festival mit Mahlers 8. Symphonie unter der Leitung von Esa-Pekka Salonen. In letzter Zeit sang Hilke Andersen das Altsolo in Telemanns Brockes Passion und in Naumanns "Zeit und Ewigkeit" mit der Singakademie Berlin und der Berliner Lautten Compagney, gastierte mit der Radiophilharmonie Hannover des NDR in Hannover und wird demnächst an der Oper Bern bei der CD-Aufnahme von Othmar Schoecks "Schloß Dürande" in der Partie der Priorin zu hören sein.